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  • Sonntag, 29. März 2020
    Kneif mich bitte mal jemand!
    Heute hatte ich eine Videokonferenz mit drei Frauen, von denen ich mit einer gestern beim Fahrradaufpumpen hinterm Pissoirhäuschen eine Viertelstunde gequatscht habe.
    Die anderen beiden kannte ich noch gar nicht.

    Wenn ich noch zwei, drei Mal in die Videokonferenz gehe kann es sein, dass ich damit
    einer Orgagruppe angehöre.
    Diese wäre zuständig für eine lokale Hilfsgruppe, die online seit drei Wochen existiert und schon sage und schreibe 180 Mitglieder hat.
    Hätte mir jemand vor einem Monat von dieser Entwicklung erzählt, hätte ich an seinem Verstand gezweifelt.

    IN WELCHEM FILM SIND WIR GERADE? Wann wachen wir auf und stellen fest, dass der Status Quo eine kollektive Halluzination war?
    Antworten auf diese Fragen nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen.



    Samstag, 28. März 2020
    "das Ding" mit den Mokassins des anderen
    Veränderte Bedingungen verändern den Gemütszustand der Menschen und damit auch ihre innere Sicherheit. Diese wiederum nimmt u.a. Einfluss auf die Fähigkeit zum strukturierten Denken und die Konzentration. Auch die Einschätzung von Situationen und der Machbarkeit anstehender Aufgaben wird beeinflusst.

    Das habe ich spätestens in der Zeit nach meinem Bandscheibenvorfall gelernt.
    Manche lernen es gerade.

    Mit jedem weiteren Menschen in schwieriger Situation, mit dem ich in Kontakt stand, habe ich "den Satz mit den Mokassins des anderen" (s.u.) etwas besser verstanden.

    Ich kann nicht mehr sagen, wie oft ich schnelle Ratschläge von Familienangehörigen und Freunden, "Professionellen" und Ehrenamtlichen aus dem Umfeld behinderter Menschen und Flüchtlingen und Arbeitslosen und … gehört habe. Oftmals klangen sie so, als müsse der Betreffende nur mal mit den Fingern schnippen und seine Probleme wären, in der für den Ratgeber - und somit universal einzig richtigen - Art und Weise gelöst.
    (Wobei es Blödsinn wäre zu behaupten, mir wären solche Ratschläge noch nie über die Lippen gekommen.)

    Vielleicht wird der eine oder andere schnelle Ratgeber in dieser Zeit etwas umsichtiger.



    "Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen,
    ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin."
    Indianisches Sprichwort



    Freitag, 27. März 2020
    Es gibt ein Gefühlschaos …
    bei meinen Nachbarn und bei mir als Ohrenzeugin.


    >> Die momentan stärkere Konzentration auf die Familie birgt Konfliktpotential. Gerade in Familien, die nicht gut "funktionieren", kann es zur Eskalation kommen. Die Zusammenhänge sind mit logischem Menschenverstand nachzuvollziehen, würde ich sagen.

    Bei meinen Nachbarn bin ich gerade Ohrenzeugin einer solchen Zuspitzung.
    (In diesem und jenem Beitrag habe ich bereits über sie geschrieben.)

    Heute Morgen bin ich von einem heftigen Weinen des Jungen aufgewacht. Der Kleine tut mir unendlich leid.

    Ich habe gerade mit einer Elternberatungsstelle telefoniert und mir Rat geben lassen.



    eine SOZIALpädagogin in Coronazeiten
    Wikipedia erklärt den Begriff SOZIAL wie folgt:
    "Stattdessen beschreibt der Begriff des Sozialen zunächst die Gruppe als Handlungsvoraussetzung."
    Als soziale Gruppe wiederum "gilt in Soziologie und Psychologie in der Regel eine Gruppe ab 3 Personen," **
    Im Beschluss von letzten Sonntag ist nun aber u.a. festgelegt worden, dass der "Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine oder mit einer weiteren Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet"*** ist.
    Von "minimum drei Personen" haben sie nichts gesagt.

    Das nenne ich mal gute Voraussetzungen zur Berufsausübung!
    Es wird Zeit, Kontakt zu Arbeitgebern aufzunehmen. Mal gucken was passiert.



    ** Link zur Begriffserklärung der "Sozialen Gruppe" auf Wikipedia
    *** Hier geht es zu dem Artikel "Was man noch darf - und was nicht" auf tagesschau.de