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  • Sonntag, 8. Dezember 2019
    das schleichende Gift der Lüge
    Ich bin noch nie so viel und so dumm angelogen worden wie in den letzten zwei Jahren.
    Dabei kann ich die Zahl der Bewohner (Flüchtlinge "meiner" Unterkunft), die mir die Unwahrheit gesagt haben, an einer Hand abzählen. Falschheit in größerem Maße ist mir von anderen Seiten begegnet.

    Wie wohl jeder von uns hatte ich im Laufe der Zeit gelernt hinter die Kulissen zu schauen. Ich kannte "das Spiel" und wusste "die Protagonisten" einzuschätzen.

    >> Im Umgang mit "allen guten Geistern", die mir im Laufe der Zeit begegnet sind, habe ich mir angeeignet, mich meinem Gegenüber im Hier und Jetzt zu widmen. Ich habe ein Bestreben, ihm bestmöglichst gerecht zu werden.

    Eine vollkommen andere Sache war es, wenn jemand "auf die Bühne meines Büros trat und seinen (verlogenen) Auftritt zum Besten gab". Im gleichen Moment gingen bei mir im Geiste "die Rollläden herunter", kurz darauf wendete ich mich reflexartig ab.
    Ich war an­ge­wi­dert. Der Betreffende hatte in dieser Situation nicht die Spur einer Chance, meine Achtung und Aufmerksamkeit zu bekommen.

    Auf wikipedia habe ich folgende Ausführung zur Falschheit gefunden. Sie beschreibt deren Wesen nach meinem Empfinden sehr gut.:

    Falschheit steht für:
    das Gegenteil der Echtheit
    das Gegenteil der Ehrlichkeit
    das Gegenteil der Korrektheit (Logik)
    das Gegenteil der Richtigkeit
    das Gegenteil der Wahrhaftigkeit
    das Gegenteil der Wahrheit

    Ich verwehre mich der Lüge so gut ich kann. Eine längere Auseinandersetzung mit ihr wirkt wie schleichendes Gift. Einem Lügner zuzuhören ist Lebenszeitverschwendung.



    meine "Lieblingsschenkanleitung"
    "aus gegebenem Anlass":
    Schenken
    Schenke herzlich und frei.
    Schenke dabei,
    Was in dir wohnt
    An Meinung, Geschmack und Humor.
    So daß die eigene Freude zuvor
    Dich reichlich belohnt.

    Schenke groß oder klein
    Aber immer gediegen.
    Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
    Sei dein Gewissen rein.

    Schenke mit Geist, ohne List.
    Sei eingedenk
    Daß dein Geschenk
    Du selber bist.

    Joachim Ringelnatz
    (1883 - 1934), eigentlich Hans Bötticher, deutscher Lyriker, Erzähler und Maler,
    abgeschrieben bei APHORISMEN.de